Michael Franz Reinisch

leben ist Kunst


Die letzten Vorstellungen

Als Mensch hat man die Möglichkeit zwischen direkter und interpretierter Lebensweise.
Bei der direkten Lebensweise erlebst du gegenwärtig was ist.
Bei der interpretierten Lebensweise wird die Gegenwart zuerst vom Denken zu einer individuellen Wirklichkeit interpretiert die dann erlebt wird.
Die direkte Lebensweise erlebt man zunächst als Kind bis zur „Entstehung“ seines Ichs. Ungefähr im Alter von 2-3 Jahren entwickelt der Mensch eine Vorstellung von sich selbst, ein auf das Denken und Fühlen basierendes Ich. Zeitgleich beginnt die Entwicklung von unterschiedlichen Du Vorstellungen, anderen Lebewesen und der Welt im Allgemeinen.
Im Lauf der Zeit identifiziert man sich mit diesen Vorstellungen und lebt so sein Leben. Gibt es Probleme wird versucht das Ich, die Anderen und / oder die Umwelt entsprechend zu verändern.
Zusammengefaßt: Mensch kommt auf die Welt, entwickelt Vorstellungen und modifiziert sie bis zu seinem Tod. Grundsätzlich ist das ein ganz normales Leben.
Der Hacken daran: Das Leben ist keine Vorstellung.
Zu dieser Lebensweise gibt es eine Alternative die zunächst genau gleich verläuft, also wieder eine Entwicklung von Ich, Vorstellungen und entsprechenden Lösungsstrategien.
Der entscheidende Unterschied zum „ganz normalen Leben“ ist die Integration der Erkenntnis, daß man ein Denken und Fühlen hat, nicht aber ist. Man beginnt sich zu differenzieren.
Sich zu differenzieren ist ein sehr grundlegender Prozess und entsprechend „aufregend“.
Ich sehe, daß jedes Wesen einzigartig ist, Fähigkeiten und Interessen hat.
Als Mensch verfügen wir über einen Körper der sich bewegen, fühlen und denken kann.
Der Mensch hat einen Körper, er ist nicht der Körper, er kann denken und fühlen aber er ist nicht sein Denken und Fühlen.
Ich, für mich, sehe, daß der Mensch Bewußtsein in Form ist. Spirit con Carne eben.
Mir fällt auf, im eigenen Leben wie im Leben anderer, daß es uns schwer fällt uns mit dieser Gegebenheit zu arrangieren. Aber, sofern ein sinnlich zufriedenes Erleben von Interesse ist, geht kein Weg an einer Akzeptanz und Integration dieser Gegebenheit vorbei. Ablehnen tut weh. (Akzeptanz und Integration dieser Gegebenheit ist zwar mitunter auch ein bisserl leidig, nur halt nicht so penetrant andauernd und langweilig gleichbleibend.)

Ich sehe das Leben als schöpferisches Spiel des Selbst in der Welt.
Dabei ist es gleich-gültig was und wie bewirkt wird. Es geht einem nur entsprechend.
Ergo: Leben ist Kunst

Über mich

Ohne Dreck,
kein Lotus.