Für manche Ureinwohnern Amerikas sind Wale, nebst Nahrung, Hüter der Geschichte. Sie sammeln und bewahren das Wissen um Mensch und Erde. Wem es gelingt sich mit dem Geist der Wale zu vereinen findet Eingang in die Bibliothek der Meere.
Mythen und Legenden könnte man meinen.
Wenn nicht immer wieder Wale, wenngleich völlig anders als geglaubt, diese Mythen naturwissenschaftlich bewahrheiten würden.
Ein Nebeneffekt paradoxen menschlichen Verhaltens ermöglicht diese Behauptung. Weil, natürlich sind Wale auf hoher See eine nach wie vor gerne gejagt Spezies, wenn sie aber stranden, dann besinnt sich mitunter der Mensch seiner Empathie und versucht diese wundervollen Tiere zu retten. Vorzugsweise aufwendig und medial begleitet.

Am 29. Juli 2013 ist wiedereinmal genau das, wenngleich nicht sehr medial begleitet, passiert. Und zwar in Form eines Pottwals der in Tershelling die Küste der Niederlande rammte. Nachdem das Tier trotz liebevoller Zuwendung verstarb wollte man es zumindest obduzieren um die Todesursache festzustellen. Und so geschah es auch.
Diese Geschichte steht nicht für sich alleine, vielerorts machen Wale derart auf sich aufmerksam und es scheint nun als würden wir Menschen die Botschaft langsam zu verstehen beginnen.

Wieder Erwarten sterben die Wale nämlich nicht am kontinentalen Aufprall sondern erliegen dem Charme eines Plastik induzierten Darmverschlusses. Plastik in Form von Plastiksackerln, -seilen, -gewächshausfolien, -rohren, -fischernetzen & -leinen usw.. Alles was Mensch in seiner Plastiksophie zu produzieren liebt. Der nicht-geretteten-Wal-Plastik-tod-Spitzenreiter hatte, man beachte und wertschätze die naturwissenschaftliche bestandsaufnehmende Präzision, 59 Arten von Plastikdingen im Gedärm.

Plastik schmeckt super, ist die naheliegend logische Schlußfolgerung. Mit der notwendigen Einschränkung, daß einige wenige Wale, Schildkröten, Meeresvögel, Fische… Plastik sichtlich schlecht vertragen. Eine blitzgescheite Erkenntnis die man am Besten mit dem Saft einer Nespressokapsel zelebriert.
Daß es uns Freude bereitet diesen Planeten mit Plastik zu verwüsten und die Tiere einfach nur lernen müssen, daß Einweg den Ausweg verschließt wäre ebenfalls ein charmant erlösendes Konklusio. Zuchtlachs mit Dillaroma wäre dazu passend.
Und wer das Nachdenken lieber outsourced und auf die Ergebnisse hochkarätiger Expertenteams gespannt ist soll sich seine wohlverdiente instant Packerlsuppe schmecken lassen.

Ein, vieleicht eines Tages notwendendes post scriptum
Falls Du, lieber Leser, Dich in der befremdlichen Situation befinden solltest einem, in deinem Vorgarten, wegen Darmverschluß gestrandeten Wal gegenüberzustehen… Das ist schon nach kurzer Zeit eine ausgesprochen olfaktorisch motivierte Herausforderung. Daher… Das absolute No, No der Walbestattung wurde bereits 1970 in der Praxis verifiziert. Und auch dokumentiert ..