Die letzten Vorstellungen

Als Mensch hat man die Möglichkeit zwischen einer direkten und interpretierten Lebensweise.
Bei der direkten Lebensweise erlebst du gegenwärtig was ist.
Bei der interpretierten Lebensweise wird die Gegenwart zuerst vom Denken zu einer individuellen Wirklichkeit interpretiert, die dann erlebt wird, auf die man dann wieder reagiert usw.

Die direkte Lebensweise erlebt man zunächst als Kind, bis zur „Entstehung“ seines Ichs. Ungefähr im Alter von 2-3 Jahren entwickelt der Mensch eine Vorstellung von sich selbst, ein auf das Denken und Fühlen basierendes Ich. Zeitgleich beginnt die Entwicklung von unterschiedlichen Du-Vorstellungen, anderen Lebewesen und der Welt im Allgemeinen. Im Laufe der Zeit identifiziert man sich mit diesen Vorstellungen und lebt so sein Leben. Gibt es „Probleme“, wird versucht das Ich, die Anderen und / oder die Umwelt entsprechend zu verändern.
Zusammengefasst: Mensch kommt auf die Welt, entwickelt Vorstellungen und modifiziert sie bis zu seinem Tod. Grundsätzlich ist das ein ganz normales Leben.
Der Hacken daran: Über Vorstellungen kann man stolpern.

Zu dieser Lebensweise gibt es eine Alternative, die zunächst genau gleich verläuft, also wieder eine Entwicklung von Ich, Vorstellungen und entsprechenden Lösungsstrategien. Der entscheidende Unterschied zum „ganz normalen Leben“, ist die Integration der Erkenntnis, dass man ein Denken und Fühlen hat, nicht aber ist. Man beginnt sich zu differenzieren. Sich zu differenzieren, ist ein sehr grundlegender Prozess und entsprechend befreiend.

Das Wesen des Menschen

Menschen sind sich, im Gegensatz zu ihrem Wesen, auffallend ähnlich, ähnlich im Sinne des menschlichen Körper mit seinen Funktionen. Wir verfügen über einen Körper, der sich bewegen, fühlen und denken kann. Die Wesen selbst sind so unterschiedlich, dass von Einzigartigkeit ausgegangen werden muss. In meinem Verständnis hat das Wesen einen Körper, er ist nicht der Körper, er kann denken und fühlen, aber er ist nicht sein Denken und Fühlen. Ich, für mich, sehe den Mensch als Bewußtsein in Form, Spirit con Carne.

Conclusio

Mir fällt auf, im eigenen Leben wie im Leben anderer, daß es uns schwer fällt uns mit dieser Sichtweise zu arrangieren. Identifikation sind vertraut und „sicher“ Aber, sofern ein sinnlich zufriedenes Erleben von Interesse ist, geht kein Weg an der Integration dieser Gegebenheit vorbei. Vorstellen ist Arbeit, kostet Kraft und tun weh. Weil man immer und immer wieder darüber stolpert. (Das Aufgeben von Vorstellungen ist zwar mitunter auch ein bisserl leidig, nur halt nicht so penetrant andauernd und langweilig gleichbleibend.)
Ich sehe das Leben als schöpferisches Spiel des Selbst in der Welt. Dabei ist es gleich-gültig was und wie gelebt wird. Es geht einem nur entsprechend.
Ergo: Leben ist Kunst

Berufliches Angebot

Grundsätzlich ist es egal welches Werkzeug zur Enttäuschung verwendet wird, wirksam ist der „Prozeß der Differenzierung“ selbst, das „Durchschauen und Erkennen der eigenen Vorstellungen“. Es gibt für diesen Prozeß viele gute Werkzeuge. Yoga, Meditation / Gebet, Schamanismus … – Wir sind Menschen und haben seit Anbeginn unser Art die selben Probleme mit unserem Mensch-Sein. Wir erleben sie halt in unterschiedlichen Zeiträumen und entsprechend vielfältig sind die Lösungsansätze. Das „Problem“ aber ist im Grunde immer das Selbe: Wir glauben etwas das nicht stimmt.
Im beruflichen Kontext verwende ich Astrologie und Human Design die ich als sehr effiziente Werkzeuge zur Differenzierung kennengelernt habe. Mir ist unverständlich warum diese Werkzeuge diese Präzession im Aufzeigen der individuellen Funktionsweise ermöglichen, aber sie tun es.