Bergsteiger Gebote

Du sollst die Bergkameradschaft in hohen Ehren halten!
Bist du Führender, so sei nicht herrisch und eigensinnig, nicht überlegen triumphierend und nicht gnädig herablassend, sei rücksichtsvoll und geduldig und gib anderen von deinem geistigen und leiblichen Besitz gerne ab; das Können des Schwächsten sei der Maßstab für deine Entschlüsse.
Das Instichlassen eines Menschen in den Bergen kann Mord werden.
Bist du der Geführte, so füge dich besserem Wissen und Können, gib selbst dein Bestes und versuche zu lernen, wo es nur immer geht. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber schon mancher vom Berg. Du kannst aber auch als der Schwächste der Partie deinen Mann stellen. Und darfst es ruhig wissen: Gute „Zweite“ sind ebenso selten wie gute „Erste“. Jeder Fremde, der sich mit dir in die Liebe zu deinen Bergen teilt, sei der Kamerad, doppelt nahe, wenn er in Not gerät oder irgendwelche Hilfe braucht und sei es auch nur ein Schluck aus deiner Feldflasche oder ein Blick in deine Karte. Auch in dem bezahlten Führer sollst du den Bergkameraden, den erfahrenen Freund sehen. Tritt ihm und seinesgleichen nicht herrisch und besserwissend gegenüber, tu´ aber auch nicht so, als hättet ihr beide zeitlebens aus einem Napf gegessen.

– Luis Trenker
gefunden auf: alpinum.at

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