
Ich glaube jedem, der die Wahrheit sucht.
Ich glaube keinem der sie gefunden hat.
- Kurt Tucholsky
Schlagwort-Archive: Wissen
Wissen
„Wissen nennen wir den kleinen Teil der Unwissenheit, den wir geordnet haben.”
- Ambrose Bierce
Weiche
Dem Wissenden offenbart sich das Mysterium nicht.
Geglaubtes Wissen
Kindisch ist zu glauben, daß man weiß.
Weise ist zu wissen, daß man glaubt.
Wissen
Ich suche ein Wort für “wissen”.
Wenn das höchste Wissen ist, zu wissen, daß man nicht wissen kann (chin.) und jener dicke stupsnasige Dicke (Sokrates) wußte “nichts zu wissen” dann stellt sich doch die Frage was Wissen eigentlich ist?
Das wissenschaftliche Tor zum Glauben, kommt mir in den Sinn.
Genau genommen weiß ich also nicht einmal was ich schon war, auch dieses Wissen ist nur Glaube. Und weil man defakto alles glauben kann schließt das den Kreis zu prosôpon, der Maske durch die – wer denn? – spricht?
Wieder kann man’s nicht wissen.
Gute Nacht
Michael Franz Reinisch, Wien
Ein großes Surren und Sirren
Es hat einen Punkt in meinem Leben gegeben an dem ich nicht mehr daran interessiert wie ich oder mein Leben sein sollte. Ich wollte wissen in welchen Prinzipien, mein, das Leben an sich ruht und nach welchen Gesetzmäßigkeiten es sich entwickelt.
Auf der Suche nach dem kleinsten Gemeinsamen
Letztlich scheint alles nur Energie zu sein die sich innerhalb einer Ordnung bewegt. Ursprung von Energie und Ordnung ist, gleich wie Es genannt wird, Gott. Gott ist – und erstaunlicherweise ist sich dabei die deutliche Mehrheit der Menschheit einig – per Definition nicht zu verstehen, benennen, abzubilden, sich vorzustellen – Es entzieht sich der menschlichen Erkenntnismöglichkeit. Getreu der Erkenntnis habe ich also auch keine Ahnung wieso und wozu Es ist. Aber das Es ist, das habe ich erlebt, erlebe ich.
Die fiese Versuchung
Natürlich hätte ich Es gern erklärt, so daß jeder Es erkennen hätte können. Man stelle sich vor, nach vielen tausend Jahren wäre es MIR gelungen zu sagen: “Gott ist blablabla” und das Blablabla würde tatsächlich stimmen. Natürlich bin ich dieser Versuchung erlegen!
Aber: Blabla ist eben doch wieder nur Blabla und so ist mein Credo: Solange ich bin ist Es auch. Über davor und danach kann ich viel sagen, glauben, denken – wissen aber kann ich nichts. Auch sonst niemand behaupte ich, es geht an sich nicht.
Ordnung, Energie und der Mensch
Anders ist es mit der Ordnung, diese ist leicht zu beobachten.
Zumindest für menschliches Zeitempfinden ist es ein ewiges Werden und Vergehen das, so oder so, Wirkung auf alles Andere hat. Die damit verbundene Energie ist einfach da und drückt sich durch die Ordnung aus wobei eben etwas passiert. In diesem Rahmen spielt man als Mensch für eine gewisse Zeit mit. Kann beeinflussen und erleben und im Wesentlichen ist es das.
Wie lange die Zeit wärt weiß der Mensch nicht, wozu er da ist weiß er nicht und von dem was davor war und danach kommt weiß er auch nichts. Alles in allem ein recht vager Zustand. Von den vielen Möglichkeiten die sich aus dieser Situation ergeben, gilt es etwas zu leben was persönlich befriedigt.
Was möglicherweise der Sinn des Lebens ist. Ein reizvolles Abenteuer ist es in jedem Fall.
Wien, am 8. Oktober 2004
Höchstes, chinesisches Wissen
Zu wissen, daß das Wissen nicht wissen kann,
ist das höchste Wissen.
- chinesisches Sprichwort
denken – Bedeutung des Wortes
Verb, im Slavischen auch die Bedeutung “wiegen” (aruss. tjagnuti “schwer sein [auf der Waagschale], wiegen”, russ. tjanút” [meist unpersönlich] “wiegen”). Dies weist darauf hin, daß das germanische Wort für “denken” ursprünglich ein “erwägen”, den nach diesem Vorgang erreichten Zustand (“wissen”) bezeichnete; dünken vielleicht als Fortsetzer des primären Verbs “mir wiegt etwas, mir ist etwas gewichtig”.
Philosophie – Bedeutung des Wortes
Lehre, die sich mit den Grundfragen des menschlichen Daseins beschäftigt.
Im 15 Jhdt. entleht aus gleichbedeutend gr. philosphia, zu gr. philoshopos, wörtlich “Freund der Weisheit”, zu gr. philos “Freund” und gr. sophós geschickt, weise”. Zunächst allgemeine Bezeichnung für das streben nach Wissen (auf jedem Gebiet), dann eingeengt auf Fragen des Seins usw. Wissenschaft von den allgemeinsten Entwicklungsgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens; Weltanschauung; eigentlich: Weisheitsliebe.
- aus: Kleines Fremdwörterbuch, VEB Verlag Enzyklopädie, Leibzig