Meister Hakuin

In einem Dorf, in dem der große Zen-Meister Hakuin lebte, wurde ein Mädchen schwanger. Ihr Vater wollte sie zwingen, ihm den Namen ihres Liebhabers zu nennen, und so sagte sie schließlich, nur um einer Bestrafung zu entgehen, dass es Hakuin war. Da schwieg der Vater, aber als die Zeit der Geburt gekommen war, brachte er das Baby sofort zu Hakuin und warf es ihm hin. “Es scheint, dass dies dein Kind ist”, sprach er und empörte sich lang und breit über diese Schande.

Der Zen-Meister sagte nur: “Ach, ist das so?” und nahm das Baby in seine Arme. Wohin er nun ging, nahm er das Baby mit, eingewickelt in den Ärmel seines zerlumpten Gewandes. An regnerischen Tagen und in stürmischen Nächten ging er in die Nachbarhäuser und bettelte um Milch. Viele seiner Schüler, die ihn als gefallen betrachteten, wandten sich gegen ihn und zogen davon. Und Hakuin sagte kein einziges Wort.

Unterdessen entdeckte die Mutter, dass sie den Schmerz, von ihrem Kind getrennt zu sein, nicht länger ertragen konnte. Sie bekannte den Namen des wirklichen Vaters, und ihr eigener Vater eilte zu Hakuin, warf sich vor diesem nieder und bat ihn immer wieder um Vergebung.
Hakuin sagte nur: “Ach, ist das so?” und gab ihm das Kind zurück.

Das ist Akzeptieren. Das ist tathata.
Was das Leben bringen mag, ist okay, absolut okay.

Dies ist die Eigenschaft eines Spiegels – nichts ist gut, nichts ist schlecht, alles ist göttlich. Nimm das Leben so an, wie es ist. Indem Du es akzeptierst, verschwinden die Wünsche, verschwinden die Spannungen, verschwindet die Unzufriedenheit. Indem man das Leben so akzeptiert, wie es ist, fängt man an, sich sehr fröhlich zu fühlen, und zwar ohne jeden Grund.
Wenn Freude einen Grund hat, wird sie nicht lange dauern.
Wenn Freude ohne jeden Grund ist, wird sie ewig währen.

aus: Osho, Zen: The Path of the Paradox, Bd. 3, Seite 175-176.

Vater, Mutter, Kind, der Staat und gelegentlich ein Terrorist

Die Kernaussage vorweg: Den Kinder dient es nicht.
Und um das Drumherum auch etwas auszuführen: Die mediale Berichterstattung über Kindermord, Jugendämtern, terroristischen Vätervereinigungen, misshandelten Müttern und Kindern – möglicherweise ist das geil zu konsumieren! Und es wird auch der Nerv der Zeit getroffen. Völlig verfehlt erscheint mir die Stoßrichtung in die das Ganze geht. Es ist interessant, wichtig und auch notwendig zu wissen was es an Hässlichem in der Welt gibt. Viel wichtiger aber erscheint es mir die Menschen und Organisationen aufzuzeigen die präventive und heilsame Wege ausprobiert haben und andere anleiten auf ihnen zu gehen. Und noch wichtiger erscheint es mir in das Bewußtsein der menschlichen Kopfe zu verankern: Was auch immer gesagt und getan wird – es muß den Kindern dienen. Tut es das nicht ist es auch für den Rest der menschlichen Gesellschaft nur von zweifelhaften Wert.

Vater unser – aktualisierte Fassung

Das was ist in mir,
geheiligt bist Du ohne Name.
Dein Reich und Dein Wille ist
der Himmel und die Erden.
Unser tägliches Brot verdanken wir  uns heute.

Vergib uns unsere Schöpfung,
wie auch wir vergeben die Schöpfung der Anderen.
Ich erkenne die Versuchung,
und erlöse in mir das Böse.
Denn Du bist ich und wir sind Dein Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.